Berichte aus dem Vorstand

Der Tätigkeitsbericht des Vorstandes auf der Jahreshauptversammlung des Vereins am Donnerstag, den 15. Juni 2017.

Es wird ein kurzer Vorstandsbericht in diesem Jahr. Was wirklich wichtig ist, hören Sie gleich von den Vorsitzenden der Arbeitskreise. Aber einiges muss ich doch sagen.
Vorweg die Personalangelegenheiten:
Seit  Jahren liefert uns Volker Bleck eine Unzahl von Ideen und Anregungen, nach Horst Radowskis Tod im Januar 2016 hat sich sein Engagement verstärkt. Er hat unsere Website in Schwung gebracht und gleicht meine Ungeschicklichkeit im Umgang mit dem Computer auf diskrete und sehr freundliche Weise aus.

Das Haus Esselborn ist 2016 aus dem Feiern nicht herausgekommen. Uta und Ewald hatten beide runde Geburtstage zu begehen, außerdem hatten sie Goldene Hochzeit. Im Herbst hat Ewald angedeutet, dass er sich langsam aus der Leitung des familienkundlichen Arbeitskreises zurückziehen möchte. Mit Walter Fleischauer hat er einen Nachfolger gefunden, der die Arbeit mit viel Engagement und jahrzehntelanger Sachkenntnis fortsetzt, zusammen mit dem großen Mitarbeiterstab und zum Vorteil der viele Nutzer, die immer am Mittwoch nach Sillenstede kommen. Am 2. April haben wir den 20. Geburtstag des familienkundlichen Arbeitskreises gefeiert, und vom 6.4. bis 9.5. gab es eine aufschlussreiche Ausstellung zum Thema  in der Schalterhalle der LzO.
Dass wir es erleben, wie ein Vorstandsmitglied heiratet, ist in einem etwas betagten Verein samt Vorstand ein besonderes Ereignis: Im November haben Matthias Bollmeyer und Frau geheiratet und sind nun mit Karl-Ludwig eine richtige Familie.

Auf der anderen Seite stehen im Mai zwei Sterbefälle in unseren Reihen. Am 8. Mai ist Hermann Wilbers mit 82 Jahren verstorben, der sein Leben lang sehr viel Zeit und Liebe in unsern Verein und ins Schlossmuseum gesteckt hat. Seit Jahrzehnten war er einer der Vordenker und Themengeber  im plattdeutschen AK. Und neun Tage später, wir haben das erst vorgestern erfahren, ist Frau Hildegard Duensing mit fast 95 Jahren verstorben. Wir haben sie im letzten Jahr, als sie aus Altersgründen ausgetreten ist, eingehend gewürdigt. Sie hat unentwegt in unserer Bibliothek geforscht, hat dort ihre Buchpublikationen vorbereitet und uns manchen Hinweis aus ihren Lesefrüchten vermittelt. Beider haben wir eingangs gedacht.

Unser Verein hat im vergangenen Jahr einen Schwerpunkt auf den Blick über den Zaun gesetzt. Das gilt für unsere Kontakte nach Zerbst, wo eine Gruppe vom 1.- 3. Oktober 2016 wieder einmal sehr freundlich empfangen worden ist. Der Gegenbesuch erfolgt im kommenden Herbst, vom 30.9. bis 3.10.
Und dann haben wir den Blick nach Westen gerichtet. Detlef Pohl war am 8. und 9. Dezember zu Gast bei der Denkfabrik BOREAS in Zuidbroek, von wo er wichtige Impulse mitgebracht hat für die Idee, die Kontakte nach Westfriesland wieder aufleben zu lassen. Daraus ergab sich wenige Tage später am 13.12. unser Besuch in Bad Nieuweschans bei der EDR . Diese Organisation ist zuständig für die Förderung grenzüberschreitender Kontakte zwischen den Niederlanden und Deutschland. Uta Esselborn, Edzard de Buhr, Detlef Pohl und ich haben dort wichtige Anregungen für einen solchen Kontakt erhalten. Wir haben Kontakt zu mehreren kleineren Städten in Westfriesland aufgenommen, herausgekommen ist unser Besuch am vergangenen Wochenende in Harlingen. Das Jeversche Wochenblatt hat darüber heute berichtet.
Eine mehrtägige Exkursion nach Antwerpen und Leeuwarden war für die Tage um Himmelfahrt vorgesehen, die ist bei geringen Anmeldungen leider nicht zustande gekommen.

Wir haben im vergangenen Jahr wieder etliche Buchveröffentlichungen unterstützt.
Die sechsbändige Ausgabe „Sämtliche gedruckte Schriften“  Ulrich Jasper Seetzens, herausgegeben von Detlef Haberland, Bernhard Kwoka und der Oldenburgischen Landschaft,   haben wir mit 500 € gefördert. Sie ist am 26.1.2017 hier im Schloss vorgestellt worden. Das Belegexemplar für  den Heimatverein werde ich gleich Antje Sander für unsere Bibliothek übergeben.
Stichwort Bibliothek: Die drangvolle Ende ist vorbei, die Bibliothek ist in den Hof von Oldenburg umgezogen. Und wie es der Zufall will: Gestern überlässt uns gegen geringes Entgelt eine Dame aus Jever ein besonderes Werk, das gut in dieses Lutherjahr passt: Martin Luthers „Enchiridion zum Kleinen Katechismus, aufs neue übersehen und mit neuen Fragstücken vermehret“, herausgegeben vom Sächsischen Kurfürsten, erschienen 1773 bei Christian Gottlob Hilscher in Dresden, vorgebunden ist ein Druck des Kleinen Katechismus von 1688. Ich habe das Buch erst gestern erhalten, wir konnten also im Vorstand gar nicht darüber sprechen, aber ich unterstelle, dass wir alle einverstanden sind, diesen kleinen Schatz unserer Bibliothek zum Umzug zu schenken.
Dem Schloss haben wir schon letztes Jahr die Sarkophage übergeben,  die Restaurierung hat uns weitgehend die Philipp-Orth-Stiftung finanziert, Dr. Rütters hat noch eine weitere Stiftung angebohrt, einen kleinen fast symbolischen Rest der insgesamt 5500 €, nämlich 320 € haben wir selbst bezahlt. Und die Fa. Erdbau Buhr hat uns zweimal die Fahrzeuge für den Transport zur Verfügung gestellt.

Im vergangenen Herbst hatten Herr Pohl und ich ein langes Gespräch mit Bürgermeister Albers und Kämmerer Rüstmann. Thema war, was seit Monaten die örtliche Presse berichtet, was den Rat beschäftigt und vor allem die Bürger in Sandelermöns und Grappermöns umtreibt, weil sie direkt betroffen sind. Sie kennen alle aus der Presse die inzwischen ziemlich festgefahrene Debatte um die Windräder im Landschaftsschutzgebiet an der Südspitze der Harlebucht. Jeder von uns wird dazu eine Meinung haben. Der Heimatverein ist kein Parlament, das die Angelegenheit zu beschließen hat. Er ist auch nicht für Energiefragen zuständig und hat nicht die Aufgabe, die Ratsmitglieder daran zu erinnern, dass Jever längst das Soll bei der Erzeugung von Windenergie überschritten hat. Das steht ohnehin täglich in den Zeitungen. Wir werden aber immer wieder angesprochen und um Beistand gebeten. Für Fragen des kulturellen und des Landschaftserbes, für Bodendenkmalschutz sind wir nach unserer Satzung durchaus mitverantwortlich. Und als Bürger durften wir uns doch sehr wundern: in welchem Maße schiebt auch bei unserer Stadtverwaltung  Gewinnstreben, die Hoffnung auf gute Einnahmen durch die Windräder alle anderen Argumente auf die Seite. Alle kennen  die besondere geologische und landschaftliche Position dieser Gegend, auch die Nähe des Jeverländischen Mahnmals. Die Äußerungen mancher Ratsmitglieder sprechen eine andere Sprache. Wir können es also gut nachvollziehen, welche Sorgen die Anwohner dieser Gegend umtreiben, und wir begrüßen die demokratische Form der Meinungsäußerung durch Unterschriftenlisten. Deshalb haben wir diese Listen akzeptiert und lassen sie auslegen. Möge jede und jeder entscheiden, wie damit umzugehen ist. Die letzte Verantwortung liegt beim Rat der Stadt.

Zum Schluss noch eine höchst erfreuliche Sache: Unser Mitglied Georg Stark hat als Gutachter und Berichterstatter dazu beigetragen, dass das Handwerk des Blaufärbers und -druckers in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen worden ist. Georg Stark arbeitet seit 40 Jahren an diesem Thema, wir profitieren davon, dass in Jever eine der letzten Blaudruckereien besteht. Und wir gratulieren Georg von Herzen zu diesem Erfolg.

Das Thema BLAU läßt uns den Bogen zurückschlagen zu unseren Kontakten in die Niederlande. Dort ist die Tradition ähnlich gefährdet wie bei uns. Es gibt im ganzen Land nur noch eine Fliesenmanufaktur, kaum Blaufärbereien. Es gehört zu unseren Aufgaben, darauf hinzuweisen, nicht zuletzt um  des touristischen Aspektes willen, dass wir große Entwicklungschancen auf diesem Feld sehen.

Und wir sind sehr froh über die vielen Angebote, die im Schlossmuseum  vor allem den auswärtigen Gästen, durch die Konzerte und in der Bibliothek den Hiesigen gemacht werden.  Und in unseren Arbeitskreisen sind es zumeist unsere Mitglieder und viele Jeveraner, die sich mitnehmen lassen. Aber davon erzählen gleich die Leiter.
Ihnen erst mal vielen Dank!


Obermayer Award

Lieber Arbeitskreis,
 
gestern (23.10.2016) erreichte Volker Landig und mich ein Schreiben der Organisation  "Obermayer German Jewish History Awards" in den USA (s. Anhang), in dem die Präsidentin Karen S. Franklin u.a. schreibt:
 
"[...] it gives me great pleasure to inform you that you, as representatives of Groeschler Haus, have been chosen to receive an Obermayer German Jewish Community History Award. The purpose of the award is to honour individuals and organizations that have raised awareness of a once-vibrant Jewish history and culture in therir communities." [...]
 
In diesem Jahr werden sechs Organisationen resp. Einzelpersonen ausgezeichnet. Der Link unten nennt sie und informiert über Obermayer. Die Preisverleihungen finden am 23. Januar 2017 im Berliner Abgeordnetenhaus statt. Der Brief kündigt noch weitere Informationen an.
 
http://obermayer.us/award/2017/2017.htm

Das ist für unser Projekt GröschlerHaus wohl fast das beste, was ihm in der augenblicklichen Phase "passieren" kann.

Viele Grüße, Hartmut Peters


Das Schreiben des Obermayer German Jewish History Award.



Der Tätigkeitsbericht des Vorstandes auf der Jahreshauptversammlung des Vereins am Donnerstag, den 09. Juni 2016.

Unsere letzte Mitgliederversammlung liegt fast genau ein Jahr zurück, sie war am 6. Juni, und seither hat sich viel verändert in unserem altehrwürdigen Verein. Unsere tiefe Erschütterung über die beiden unerwarteten Todesfälle in unseren Reihen haben wir bereits eingangs deutlich gemacht. Diese Verluste zu ersetzen wird uns noch viel Mühe kosten.

Aber der Reihe nach:
Bald nach der letzten Mitgliederversammlung haben Heino Albers, Volker Bleck und ich nach acht Jahren die konservierten Särge vom Kirchplatz aus Schleswig zurückgeholt. Die Konservierung ist gelungen, und sie war nicht ganz billig. Der Baumsarg ziert inzwischen die Präsentation im Schloss, der Tonnensarg muss noch zusammengesetzt werden, was teurer und dramatischer klingt als es ist. Aber dazu später mehr. Und die Kosten: sie sind eindrucksvoll und von uns gar nicht zu bezahlen: 5.620 €. Es ist ein Segen, dass unser Verein in Jever eine solide Basis an Reputation hat. Drei Stiftungen haben sich der Rechnung angenommen, ihnen und den Vorständen dieser Stiftungen sind wir sehr dankbar dafür, dass sie unseren Verein so eindrucksvoll mittragen. Und den Schleswigern ist zu danken, dass sie Geduld bei der Begleichung der Kosten gezeigt haben.
Aber auch unsererseits beteiligen wir uns an regionalen Projekten. So geben wir Geld zur Gesamtausgabe der Werke von Ulrich Jasper Seetzen, eine Ehrensache sozusagen für den Verein. Die 1944 in Jerusalem geschriebenen Erinnerungen von Aenne Gröschler, der Witwe Hermann Gröschlers, „Aus dieser schweren Zeit“ wollen wir ebenfalls durch einen Zuschuss fördern, jeweils 500 €.

Wir sind in den letzten Jahren stärker eingebunden in die Arbeit des Interfriesischen Rats. Im Namen der Oldenburgischen Landschaft nimmt der Vorsitzende des Altertums- und Heimatvereins an der Integrationsarbeit der Friesen von West bis Nordfriesland teil. Letztes Jahr gleich nach der Mitgliederversammlung beim Friesenkongress auf Sylt, letztes Wochenende beim Friesentreffen auf Helgoland. Vor einigen Wochen ist ohne große Öffentlichkeit eine wichtige Entscheidung getroffen worden: Ein Ausschuss des Bundesinnenministeriums hat in Bunderhee getagt und dabei beschlossen: Der Vorsitzende des Interfriesischen Rats, sei er ein Deutscher wie gegenwärtig Helmut Collmann, sei er ein Niederländer, wie es in zwei Jahren sein wird, ist künftig Mitglied dieses Bundestagsausschusses, der zuständig ist für die Minderheitensprachen und -kulturen in Deutschland. Das ist ein wirklich europäisch ausgerichteter Schritt, wenn künftig auch Persönlichkeiten, die keine deutschen Staatsbürger sind, einem Parlamentsausschuss dieses Landes angehören können. Unser Verein ist an der Entwicklung dieser Gedanken und Beschlüsse mittelbar beteiligt.

Die Kontakte zu den benachbarten Heimatvereinen nehmen wir durch Teilnahme an den Treffen wahr, zuletzt am 5.9.15 in Ofen.
Am 10.9.15 haben wir Georg Stark zum 30-jährigen Jubiläum seiner Blaudruckwerkstatt gratuliert. Inzwischen ist seine Arbeit auf höherer Ebene gewürdigt worden, insofern seine Forschungsarbeit zu entsprechenden Beauftragungen seitens der zuständigen Lands- und Bundesministerien geführt hat. Dazu können wir nur gratulieren!
Wir hatten vom 8.-11.10.15 wieder Besuch aus Zerbst Es war eine sehr lebendige Begegnung, die aber am ersten Tag getrübt wurde durch dem plötzlichen Tod unseres guten Freundes und unermüdlichen Mitglieds Heino Albers, der auf dem Wege zu uns umkehren musste und am selben Abend in seinem Hause verstarb. Ein wirklicher Schock für seine Familie und für seine Freunde und das Ende eines Lebens, das so sehr der Erforschung seiner Heimat verbunden war. Heino war archäologischer Beauftragter des Landkreises Friesland. Seine Nachfolge wurde bereits mit Frau Dr. Jana Esther Fries erörtert, aber bisher nicht zu einem Abschluss gebracht. Mit dem Zweckverbandsvorsitzenden Landrat Ambrosy sind wir ebenfalls deshalb im Gespräch.

Die Hauptarbeit unseres Vereins erfolgt in den Arbeitskreisen, deren Vorsitzende gleich berichten werden. Einen Vorgriff aber muss ich an dieser Stelle einbringen: Dem Leiter unseres Arbeitskreises für die Jüdische Geschichte Jevers und die Zeitgeschichte unserer Region ist kürzlich von einem unserer Mitglieder vereinsschädigendes Verhalten in der Angelegenheit der vom Stadtrat Schortens geplanten Umbenennung zweier Straßen in Upjever vorgeworfen worden. Herr Peters ist mit seinem Vortrag im Bürgerhaus Schortens einer persönlichen Bitte des Schortenser Bürgermeisters gefolgt und hat seine Erkenntnisse und deren möglichen Konsequenzen im eigenen Namen und nicht im Namen des Heimatvereins vorgetragen. Für uns ist nicht zu erkennen, dass seine Darlegungen den Zielen des Vereins und seines im Gröschlerhaus arbeitenden Ausschusses widersprechen. Sie befinden sich im Einklang mit den Zielen des zeitgeschichtlichen Arbeitskreises. Eine diesbezügliche Auseinandersetzung ist natürlich möglich, sie kann jedoch nicht im Rahmen unseres Vereins, sondern nur direkt und persönlich erfolgen.

Ein ganz besonderes Ereignis für das Schlossmuseums war am 27. Januar 2016 zum zweiten Mal die Verleihung des Museumsgütesiegels Niedersachsen, die der Museumsverband Niedersachsen-Bremen gemeinsam mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und dem Wissenschaftsministerium Hannover vorgenommen hat. Dazu gratulieren wir nicht ohne Stolz!

Dass Frau Hildegard Duensing aus Altersgründen am 18.3.16 ihren Austritt aus dem Verein mitgeteilt hat, betrübt uns sehr, wenn wir es auch verstehen. An dieser Stelle muss erinnert werden an ihre verdienstvollen Bücher über Antonslust und vor allem über die Wegegeldhebestellen des Jeverlandes, Arbeiten, die sie mit großem Fleiß und viel innerem Engagement veröffentlicht hat. Es verging kaum ein Mittwoch, an dem sie nicht in der Bibliothek des Schlosses ihren Forschungen nachgegangen ist.

Zu den anstehenden Baumaßnahmen in Jever hat sich der Verein nur zurückhaltend geäußert. Der Denkmalswert der alten Schule am Schlosserplatz ist doch sehr zweifelhaft, bei den geplanten Nachfolgebauten, gibt es bisher keine klare Entscheidung, was dort wirklich entstehen soll. Sorge bereitet uns der Umgang mit dem Landschaftsschutzgebiet Sandelermöns/Grappermöns, mit der alten Sietwendung, der Harlebucht und den geschützten Wallhecken. Diesbezüglich hat auf Einladung des Bürgermeisters ein Gespräch mit den Herren Albers und Rüstmann sowie Herrn Pohl und mir stattgefunden, bei dem wir nachdrücklich auf die Risiken des Baus von Windkraftanlagen in diesem sensiblen Bereich hingewiesen haben. Die weitere Entwicklung hier, aber auch im Bereich der Schlachte, wo ja in grober Weise bereits Fakten geschaffen wurden, müssen wir im Auge behalten.

Abschließend kann ich nur sagen: Wir dürfen stolz sein auf das umfängliche ehrenamtliche Engagement, besonders in der Schlachtmühle durch die vielen handwerklichen und organisatorischen Leistungen, im Gröschlerhaus mit der mühevollen Aufbauarbeit, aber auch in all den anderen Kreisen, den Familienkundlern, dem Plattdeutschen Kreis, dem LiteraTee und bei dem, was Horst Radowski noch in seinen letzten Lebensmonaten für unsere Vortragsreihe Heimatkunde, nicht zu vergessen aber auch für das Edo-Wiemken-Grabmonument geleistet hat. Dass gerade beim Edo-Wiemken-Denkmal sich nun etwas bewegt, konnte er nicht mehr erleben. Das tut weh.
Wir gehen insgesamt voll Zuversicht ins 131. Jahr des Vereins, wir wissen uns getragen von vielen Ehrenamtlichen, von der Regionalpresse, von den Verantwortlichen in Stadt und Landkreis, mit denen zusammen wir das Schlossmuseum und all seine Filialen begleiten, immer wieder inspiriert von  der Geschäftsführerin und Museumsleiterin Antje Sander, die der gute Geist des Hauses ist.

 

Jahresgabe

 

Der Tätigkeitsbericht des Vorstandes auf der Jahreshauptversammlung des Vereins am Donnerstag, den 04. Juni 2015.

Der JAHV hat in den letzten Jahren seine Entwicklung in einer Bandbreite vollzogen, die uns alle, die wir daran beteiligt sind, sehr überrascht hat. Sie werden die Einzelheiten gleich aus den Berichten der sieben Arbeitskreissprecher und von unserer Museumsleiterin, Frau Prof. Sander, erfahren, und dem möchte ich nicht vorgreifen. Hier nur ein paar Schlaglichter:
Wir sind Mitglieder eines Vereins, der vor fast 130 Jahren gegründet ist, um hier in Jever ein Museum aufzubauen. Die "Altertümer", um die es im 19. Jh. ging, bildeten den Hintergrund der damaligen Gegenwart und damit den Versuch, die Zeit, in der man lebte, besser zu verstehen. Das Museum haben wir, und es erfreut sich allerbesten Rufes. Es wird professionell geleitet, mit Stadt und Landkreis tragen wir es gemeinsam im Zweckverband. 60 000 Besucher kommen jährlich, die Homepage wird im Netz angeklickt, die Bibliothek wird gut genutzt. Unsere Welt verstehen, darum geht es im Großen und im Kleinen.
Nichts anderes treibt uns alle, die wir diesem Verein angehören, heute um: Unsere Zeit in dieser Welt besser zu begreifen:
Wo kommen wir her? Wer sind wir? Was hat uns dahin gebracht, wo wir heute sind?

Diese drei Fragen stellen wir an das, was wir im letzten Jahr getan haben auf den sieben Feldern unserer Arbeit, in der Archäologie, bei den Familienforschern, im Gröschlerhaus, im Heimatkundlichen AK mit seinen Vorträgen, bei LiteraTee, während der Platt-deutschen Abende im Rathaussaal und in der Schlachtmühle. Diese sieben Gruppen decken ein umfassendes gesellschaftliches, kulturelles Spektrum ab. Es geht um Geschichtsforschung, um die Einordnung unserer engeren Heimat in das Große und Ganze, um die Sprache unserer Region, um Brauchtum, es geht aber in der Mühle auch um Technik- und Wirtschaftsgeschichte, um alte Arbeitsplätze, es geht um zeitgenössische Literatur. Die Erinnerungskultur zu beachten, die Vermittlung von Wissen über die jüngere deutsche Geschichte hier in unserer Region, ein Forum für die Geschichte der zerstörten jüdischen Gemeinde und die Zeitgeschichte des Jeverlandes zu werden, das streben wir im Gröschlerhaus an.

Der AHV ist heute mehr als ein Museumsverein, und nur das zu sein, wäre schon eine höchst ehrenwerte Aufgabe.
Viel Geld konnten wir im letzten Jahr nicht ausgeben, die Folgen unseres vergeblichen juristischen Vorgehens gegen den Neubau der Touristeninfo in den Wallanlagen wirken noch nach. Immerhin konnten wir 250 € zur Renovierung des Glockenturm der Stadt-kirche beisteuern, eine mehr symbolische Summe, die die Instanzen nachdenklicher machen sollte, die sich dieser Gemeinschafts-verpflichtung verweigert haben. Auch für die einst uns gehörende und nun in guten handwerklichen Händen befindliche Gattersäge haben wir noch einmal 250 € beigesteuert. An die Gattersäge haben wir auch kürzlich eine restaurierte Vertikalsäge weitergeleitet, die uns für die Schlachtmühle zugedacht war, die aber dort nicht aufgestellt werden konnte. Im Schloss verwahren wir seit langen Zeiten eines der 50 noch existierenden Exemplare von Hermann Hamelmanns Oldenburgisch Chronikon aus dem Jahr 1599. Die dringend erforderliche Restaurierung können wir mit 400 € ermöglichen. Auch eine neue Buchpublikation wollen wir wieder mitfinan-zieren, nämlich die Jugenderinnerungen von Eckhard Harjes unter dem Titel "Biertown Blues". Hier geht es um die Musik- und Jugendkultur in Jever von den 70ern bis in die 90er Jahre, das Manuskript verspricht aufschlussreiche Einblicke in eine bewegte Zeit. Uns auch einer solchen eher aktuellen Aufgabe zu stellen, halten wir für eine unserer Aufgaben.

Dankbar hat es der Vorstand vermerkt, dass Rat und Verwaltung unserer Stadt sich darauf besonnen haben, die historische Kompetenz des Vereins und das Bewusstsein von Mitverantwortung für die Entwicklung der Stadt wieder wahrzunehmen. So sind wir Teilnehmer des Expertenworkshops für die Einrichtung des Sanierungsgebiets IV Schlachtstraße und Schlachte gewesen. In dieser kleinen Runde, die viermal getagt hat konnten wir ebenso wie Frau Sander für die Schlachtmühle eine Reihe von Hinweisen geben, die in das Sanierungskonzept für diesen Stadtteil eingeflossen sind. Ähnliches gilt für die geplante Gestaltung des Mitscherlich-platzes, an der wir uns schon in früheren Jahren beteiligt hatten und die nun wieder in Angriff genommen wird.
Die fortschreitende Renovierung der Schlachtmühle und die gerade beginnenden Planungen für das Gröschlerhaus sind eine Gemeinschaftsaufgabe des Zweckverbandes, für die wir sehr zuversichtlich sind. Dass wir das Gröschlerhaus mit öffentlicher Hilfe in so kurzer Frist übernehmen konnten, ist ein Zeichen guter Zusammenarbeit mit dem Landkreis Friesland und der Stadt Jever und ein Hinweis darauf, dass die Stichworte der Erinnerungskultur und der außerschulischen Lernorte angekommen sind. Gegenwärtig weitet sich der Blick gerade aus auf die Verantwortung, die uns aus dem Lager für die Displaced Persons, die KZ-Überlebenden, die 1950/51 auf den Fliegerhorst Upjever und nach Sengwarden gekommen sind, erwächst. Und das Gedenken des Kriegsendes vor 70 Jahren hat unser Augenmerk auf weitere Gedenkorte geleitet, die uns in der nächsten Zeit beschäftigen werden. Ein besonderes Augenmerk wollen wir auf die Provenienzforschung in unserem Schloss richten. Vermutlich haben wir, wie die meisten Museen, manches im Bestand, das wir als unrechtes Gut betrachten müssen, als Raubkunst, als Hollandgut. Das ist weitgehend schlecht dokumentiert, daran möchten wir etwas ändern, bzw. mithelfen.
Am 25. Juni fährt eine kleine Gruppe unseres Vereins nach Schleswig, um aus der Restaurierungswerkstatt in Schloss Gottorf zwei Särge abzuholen, wohl 800 Jahre alte Zeugnisse vom Friedhof auf unserem Kirchplatz, die wir vor Jahren gefunden und dann in die Werkstatt gegeben haben. Wir sind sehr gespannt, was uns da erwartet!
Unser Verein ist gut mit benachbarten Organisationen vernetzt. Wir durften vorhin von Herrn Burgenger die Grüße der Oldenburg. Landschaft entgegennehmen, der wir als Mitglied angehören. Auch dem Interfriesischen Rat sind wir als Mitglieder des Friesenrats, Sektion Ostfriesland, eng verbunden. Unser Verein nimmt im Auftrag der Old Landschaft hier die Mitgliedschaft wahr. Und schließlich haben wir ein gutes freundschaftliches Verhältnis zu den Heimatvereinen unserer Region. Dies wird immer wichtiger angesichts der zunehmenden Aufgaben im Bereich der Erinnerungskultur, insbesondere in Varel, Sande und Neustadtgödens.
Unser gutes freundschaftliches Verhältnis zu unserem Partnerverein in Zerbst wird demnächst wieder sichtbar, wenn wir im Oktober die Zerbster hier wieder empfangen dürfen.

Wir wollen nicht verschweigen, dass wir im Nachgang der Bauplanungen in den Wallanlagen auch Ärger und Sorgen gehabt haben. Der Verein hatte, wie wir alle wissen, den Rechtsweg gegen den Bau durch zwei Anwaltsbüros überprüfen lassen und war schließlich dem Rat gefolgt, dies nicht weiter zu verfolgen, vor allem aus finanziellen Gründen. Zwei unserer Vorstandsmitglieder mochten die entsprechende Entscheidung in der a.o. Mitgliederversammlung im vorletzten Jahr und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für den Vorstand nicht mittragen. Sie haben ihre Mitarbeit beendet und schriftlich mitgeteilt, mit Ablauf des Jahres 2015 aus dem Verein auszutreten. Das hat die verbliebene Vorstandsmehrheit veranlasst, mit Frau Esselborn und Herrn Peters zwei Arbeits-kreisleiter bis zu dieser heutigen Mitgliederversammlung zu kommissarischen Vorstandsmitgliedern zu berufen. Wir sind sehr froh, dass wir nun zur anstehenden Neuwahl des Vorstandes gleich vier Mitglieder aus einer jüngeren Generation benennen können, die bereit sind, künftig Verantwortung zu übernehmen. Es handelt sich um Frau Diplomrestauratorin Frau Tanja Pieper-Beenken aus Siebetshaus und Herrn Dr. phil. Matthias Bollmeyer aus Jever, die sich um ein Vorstandsamt bewerben. Frau Dr. phil. Bettina Meitzner, Lehrerin am MG, und Herr Onno Müller, Augenoptiker in Jever, sind bereit, sich vom künftigen Vorstand in den Beirat berufen zu lassen, um vielleicht später Verantwortung zu übernehmen. Weil mit Ablauf seiner beruflichen Tätigkeit bei der LzO auch unser langjähriger Schatzmeister Ernst Juilfs aus dem Amt scheidet, ist auch hier eine Neuwahl erforderlich. Frau Sandra Braun ist bereit, künftig von ihrem Schreibtisch in der LzO aus unsere Finanzen zu verwalten, wenn Sie als Mitglieder ihr nachher das Vertrauen entgegenbringen. Und dieses Vertrauen erbitten wir auch für die genannten Damen und Herren, die künftig im Vorstand Verantwortung übernehmen möchten.
Sehr dankbar sind wir unserem Mitglied Volker Bleck, der unsere neue Homepage aufbaut und mit den anderen vom Schloss und vom Gröschlerhaus vernetzt.
Sie alle als Mitglieder stellen die Basis und die Kontinuität unserer Arbeit. Wie alle Vereine leiden wir unter der Überalterung, wir verlieren jedes Jahr Mitglieder durch den Tod, ganz wenige treten zu Lebzeiten aus. Aber die Eintritte der Jüngeren gleichen den Verlust nicht aus. Umso mehr freuen wir uns über die Kandidatinnen und Kandidaten im jüngeren Lebensalter. Durch die mitgliederintensive Arbeit in der Schlachtmühle und auch im Gröschlerhaus erleben wir mehr Resonanz auch bei Jüngeren.
So gehen wir also nicht ohne Zuversicht in eine neue Periode unserer Arbeit.
Als ein Zeichen des Dankes für Sie als Mitglieder haben wir wieder eine Jahresgabe drucken lassen, nach einem Schmuckblatt der Jeverwerbung aus dem Jahr 1887, im Bestand unseres Museums dreimal vorhanden. Das nehmen Sie sich bitte nachher vom Tisch.

 

Der Tätigkeitsbericht vom 22. Oktober 2014:

Das Vereinsleben im Jahr 2013/14
Der Verein beteiligt sich traditionell an der Museumsarbeit im Schloss - und Heimatmuseum Jever, an der Erforschung, Erhaltung und Pflege heimatlichen Brauchtums sowie der niederdeutschen Sprache. Die denkmalgeschützten Bau -und Kulturdenkmäler in Jever und im Jeverland hat er ebenso im Auge wie die Bibliothek und das Archiv des Schlossmuseums Jever.
Die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins erfolgt in sechs Arbeitskreisen in Vorträgen, Gesprächskreisen und Lesungen, aber auch in aktiver Mitarbeit bei Sachprojekten.
Der Heimatkundliche Arbeitskreis unter der Leitung von Horst Radowski bietet monatlich eine Vortragsveranstaltung im Graf-Anton-Günther-Saal des Rathauses sowie eine Reihe von Exkursionen an. Hier kommen in der Regel zwischen 20 und 30 Interessierte zusammen.
Der Plattdeutsche Gesprächskreis (Leitung Horst Janßen und Team) zieht sechsmal jährlich bis zu je 100 Interessierte an, die sich auch selbst zu den angebotenen Themen aus Regionalgeschichte und Brauchtum einbringen.
In der Reihe LiteraTEE lädt Uta Esselborn bis zu viermal jährlich zu Autorenlesungen ein, an deren Honorarkosten sich die Stadt Jever beteiligt.
Der Familienkundliche Arbeitskreis trifft sich monatlich unter der Leitung von Heino Albers und Ewald Esselborn im ehemaligen Rathaus Sillenstede mit einer großen Zahl von Familienkundlern. Eine umfangreiche Fachbibliothek, insbesondere von Ortssippenbüchern der ostfriesische Halbinsel, und die technischen Hilfsmittel stehen auch interessierten Gästen zur Verfügung.

Seit einigen Monaten hat der Verein mit Hilfe des Landkreises Friesland und der Stadt Jever, mit denen er den Zweckverband Schlossmuseum bildet, die Räume einer ehemaligen Buchhandlung in der Gr. Wasserpfortstraße 19 angemietet. An dieser Stelle, dem Standort der 1938 zerstörten Synagoge der Stadt, richtet der Arbeitskreis Juden in Jever unter der Leitung von Hartmut Peters und bei Mitarbeit von etwa zehn Ehrenamtlichen zur Zeit das Gröschlerhaus ein, einen außerschulischen Lernort zur Geschichte der Juden Jevers sowie zur Erforschung der Regionalgeschichte. Diese Initiative hat bisher eine sehr große öffentliche Resonanz erfahren. Am Tag der Namensgebung des Gröschlerhauses sind am ersten Oktoberwochenende fast 30 Nachkommen der Familie Gröschler aus aller Welt in Jever zusammengekommen, um dem festlichen Akt im Schloss und im Gröschlerhaus beizuwohnen. An diesem Ort wird es künftig regelmäßig Vortrags- und Fortbildungsveranstaltungen geben, deren erhebliche Kosten nicht vom Vereinsvermögen, sondern aus Spenden und öffentlichen Mitteln bestritten werden. Die wirtschaftliche Verantwortung liegt - wie auch die Entwicklung der Schlachtmühle in den Händen des Zweckverbandes Schloss- und Heimatmuseum. Die Stadt Jever und der Landkreis Friesland begleiten dieses Projekt ebenso wie ungenannte Geldgeber. Die Schlachtmühle befindet sich seit 2012 im Eigentum des Zweckverbandes und wird derzeit unter großer Beteiligung von sachkundigen Ehrenamtlichen mit öffentlichen Mitteln restauriert. Hierfür sind erhebliche Zuschüsse von Stiftungen und anderen Geldgebern erforderlich. Die Stadt Jever und die Berufsbildenden Schulen bringen sich in erfreulichem Maße ein. Die Koordination des Projekts liegt in den Händen von Edzard de Buhr.
Die jährlich angebotenen Studienreisen unter der Leitung von Karola Albers mit etwa 25 Teilnehmern führen zumeist in die östlichen Bundesländer und sind für den Verein kostenneutral.
Der Vorstand (Volker Landig, Klaus Homola, Karola Albers, Detlef Pohl, Ernst Juilfs) und die Leiter der Arbeitskreise tragen mit der Museumsleitung gemeinsam die meiste Organisationsarbeit. Mit dem Heimatverein der jeverschen Partnerstadt Zerbst besteht ein gutes freundschaftliches Verhältnis.

lm vergangenen Vereinsjahr hat die Sorge um den Erhalt der denkmalgeschützten Wallanlagen Jevers einen erheblichen Teil der Vorstandsarbeit gebunden. Mit juristischer Begleitung, bei Bindung erheblicher Teile des Vereinsvermögens, hat der Verein entsprechend eindeutigen Voten der Mitgliederversammlung vergebens versucht, einen Neubau anstelle des abgerissenen Johann-Ahlers-Hause, einer Seniorenbegegnungsstätte mit Tourismusbüro, zu verhindern. Aus dem Verein heraus hatte sich auch eine unabhängige Initiative mit dem gleichen Ziel gebildet, die ebenfalls vergebens in der Öffentlichkeit gegen die eindeutigen Ratsbeschlüsse gewirkt hat. Obergerichtlichem Rat folgend hat der Vorstand die vergebliche Arbeit gegen den eindeutigen politischen Willen von Rat und Verwaltung der Stadt Jever, der unter Hintanstellung denkmalspflegerischer Gesichtspunkte zustande gekommen ist, eingestellt. Das Tourismusbüro wird derzeit in einem der letzten ringförmig die Altstadt umgebenden Gartendenkmäler Norddeutschlands errichtet. Die seit Jahrzehnten bestehende und für alle Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit im Zweckverband Schloss- und Heimatmuseum hat durch diese Erfahrung eine lrritation erfahren, die von allen Beteiligten derzeit aufgearbeitet wird. Der Verein wird weiterhin bestrebt sein, die ihm in fast 130 Jahren zugewachsene Verantwortung wahrzunehmen.
Volker Landig
Vorsitzender

 

Jahresgabe 2013

Menschen und Relogionen

Menschen verschiedener Religionen und Regionen in friedlichem Gespräch
Ausschnitt: Wandbespannung aus einem Kaufmannshaus in Jever um 1820
(jetzt Schlossmuseum)